„Bares für Rares“ mit H. Lichter – durchgescripted bis ins Detail…

„Bares für Rares“ mit H. Lichter – durchgescripted bis ins Detail…

Zur Sendung „Bares für Rares“ möchte ich an dieser Stelle folgenden Hinweis abgeben:

Wer denkt, dass die sog. „Bares-für-Rares-Experten“ alle Zahlen, Daten, Fakten (ZDF) zu einem Gegenstand abrufbereit im Kopf haben, der sollte wissen, dass dem keineswegs so ist. Den Experten steht genug Zeit zur Verfügung, um sich über Historie, Herkunft, etc. einer Sache/Rarität zu informieren. Herr Lichter vermittelt gerne den Eindruck, dass alle seine Experten dieses Wissen (inkl. aller Jahreszahlen und des kompletten Stammbaums des jeweiligen Herstellers oder Künstlers) parat haben. Spätestens ab dem Zeitpunkt, ab dem man selbst etwas schätzen lassen möchte, stellt sich zweifelsfrei heraus, dass sich die Experten exzellent vorbereiten können, da jeder Besitzer einer zu verkaufenden Rarität vorab genau darüber informieren muss, was er für eine Rarität besitzt, welche Geschichte er dazu erzählen kann, was er über den Wert der Rarität weiß, u.s.w..

Außerdem sollen per Formular Maß-, Gewichts- und Herstellerangaben angegeben werden. Es wird zusätzlich erfragt, ab wie viel Euro man seine Rarität verkaufen würde, ob man bereits an einer Fernsehsendung teilgenommen hat (wenn ja, wann und bei welcher).

Desweiteren sollen über ein Formular max. 5 aussagekräftige Fotos von der Rarität und ein Foto von sich selbst hochgeladen werden. Interessanterweise wird auch erfragt, welchen Familienstand, wie viel Kinder, welchen Beruf und welche Hobbys man hat. Typische Castingfragen.

Hier der Link zum Formular:
http://casting.netmarket.de/BaresfuerRares2

Kurzum: Die Show ist eine „scripted Show“, welche den Eindruck vermitteln soll, dass hier quasi in Echtzeit geschätzt und gehandelt wird, was jedoch absolut nicht zutreffend ist. Vermutlich handelt es sich bei den in Schlange stehenden Personen sogar um Statisten. Davon ist auch auszugehen, denn nirgendwo wird auf kommende Veranstaltungen/Aufzeichnungen hingewiesen. Woher sollen die in Schlangen stehenden Personen also gewusst haben, wann und wo die nächste Sendung stattfindet, damit sie mit ihren Raritäten dorthin anreisen können? Es wird in jeder Sendung nur immer eine Mailadresse eingeblendet, über welche man sich und seine Rarität bewerben kann. Bewirbt man sich über diese Mailadresse, bekommt man automatisch eine Antwort, die auf das Bewerbungsformular hinweist (siehe obigen Link). Eventuell werden von der Fa. Eyeworks vor Aufzeichnung in den jeweiligen Städten Anzeigen in der Regionalpresse geschaltet, in denen Leute gesucht werden, die während Aufzeichnung der Sendung als „Schlangesteher“ fungieren dürfen. Falls diese „Schlangesteher“ noch irgendwas „Altes“ besitzen, dürfen sie es sicherlich gerne mitbringen. Vor Aufzeichnung schauen die Experten kurz durch die Reihen der Schlangesteher, ob der eine oder andere zufälligerweise tatsächlich etwas Wertvolles angeschleppt hat. Das ist für Fachleute ja flott abschätzbar. Falls sie nichts „Altes“ besitzen, wird den Schlangestehern etwas aus dem Eyeworks-Fundus unter den Arm geklemmt. Das mit den „akquirierten Schlangestehern“ ist meinerseits nur eine Mutmaßung, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit entspricht dies so (oder so ähnlich) der Realität, denn mit solchen Mitteln wird bei vergleichbaren Sendungen im Privatfernsehen agiert. Letztendlich ist „Bares für Rares“ ein Abklatsch der Sendung „Dealers“ auf DMAX (http://www.dmax.de/programme/dealers/).

Wäre vielleicht noch anzumerken, dass die Personen, welche es bis zur Vorstellung ihrer Rarität geschafft haben, Kilometergeld und eine Hotelübernachtung von der niederländischen Produktionsfirma „Eyeworks – Warner Bros. International Television Production“ (https://wbitvp.com/germany) erstattet bekommen. Die Firma „Warner Bros. International Television Production“ produziert neben „Bares für Rares“ auch noch „Wilsberg“, „Marie Brand“, „Der Restauranttester“ und „Schwiegertochter gesucht“ für den deutschen Markt.

Die Experten Frau Dr. Heide Rezepa-Zabel und Albert Maier verfügen sicherlich über ein profundes Wissen auf ihrem Gebiet. Das möchte ich überhaupt nicht in Abrede stellen. Jedoch ist es nicht so wie die Sendung „Bares für Rares“ ganz offensichtlich vermitteln will, dass die Experten völlig unbedarft auf die zu schätzenden Raritäten treffen. Bei dem „Experten“ Deutschmanek merkt man zuweilen, dass er zuvor alles schön auswendig gelernt hat und dann stolz sein Fachwissen präsentiert. Stets goutiert von Lichter, der dann immer wieder darüber verwundert scheint, welch umfangreiches Wissen in den Köpfen der Experten steckt.

Die Sendung „Kunst & Krempel“ (http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kunst-und-krempel/kunst-und-krempel110.html) ist da wesentlich ehrlicher und seriöser und verzichtet auf Showeinlagen und nervende Schmeicheleien. Außerdem kann man (ganz im Gegensatz zu „Bares für Rares“) auf der Homepage von „Kunst & Krempel“ genau erfahren, wann die nächsten Beratungen stattfinden. Da wird nicht ‚gescripted‘ (man könnte auch ‚verarscht‘ sagen).


 

NACHTRAG:

Wenn man ein klein wenig gewisse Suchmaschinen bemüht, findet man das eine oder andere Feedback über die Sendung „Bares für Rares“. So kann man beispielsweise Folgendes in einem Forum lesen:

Tja, bei Teilnahme an dieser Show wird man zur Verschwiegenheit verpflichtet. Aus welchem Grund? Damit die Öffentlichkeit nicht erfährt, dass alles etwas anders ist, als es von Lichter & Co. vorgegaukelt wird?

Unten abgebildete Anzeige war online auf einer Sammler-Plattform zu finden:

Auch an dieser Anzeige ist deutlich zu erkennen, dass man nicht einfach zu einer Aufzeichnung hinkommen und sich in die Schlange zur Expertenbegutachtung einreihen kann. Nein, nein, wird alles schön vor- und aufbereitet. Vermutlich müssen sich manche Frauen 10x von Horst Lichter abknutschen lassen, bis die Szene endlich im Kasten ist.

Abschließend noch der Mailverkehr zwischen einem Bonanzaradverkäufer und der Fa. Eyeworks Entertainment (in einem Forum gefunden):

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